Bedingungslos... JA - NEIN - VIELLEICHT

Bedingungslos zu sein, war seit Beginn meines spirituellen Weges eines meiner Ziele. Heute würde ich dieses Ziel eher als ein neutrales Akzeptieren beschreiben.

Mit Kindern und Tieren scheint dies niemals ein so großes Problem. Wenn mein Hund stundenlang im Garten gebuddelt und eine Maus nach der anderen verspeist hat, besonders diese kleinen Mäusebabys im Nest, oder wenn er dem Handwerker mit der Axt in der Hand ins Bein gebissen hat oder wenn er einfach wieder total stur war. Ich hab mich immer gefragt, warum kann ich das doch recht einfach akzeptieren, aber Menschen nicht so gut?

Dein Tier nimmt dich einfach so wie du bist und stellt sich gar nicht erst die Frage, ob daran was falsch ist.

Von welchem Menschen haben wir dies tatsächlich bisher erlebt? Scheinbar taten es die Eltern. Aber wenn wir tiefer schauen, ist selbst dies bei wirklich liebevollen Eltern mit Abstrichen zu betrachten. Irgendwo gab’s immer einen Haken. Wenn du lieb bist, wenn du aufs Töpfchen gehst, wenn du dein Gemüse isst, wenn du gut in der Schule bist, wenn - dann... nicht jeder wurde bestraft, wenn er etwas nicht tat... aber waren die Eltern nicht immer besser drauf, wenn man sich fügte... somit war unser Leben bereits von Anfang an, an Bedingungen geknüpft.

Und dann kommt eines Tages die ultimative Weisheit daher: Sei bedingungslos mit dir selbst! Lieb dich wie du bist!

Jetzt stehen wir da und haben keine Ahnung, wie wir das Ganze tatsächlich umsetzen können. Selbst wenn wir wissen, dass dies vermutlich die Voraussetzung dazu ist, genau dies von unseren Menschen zurück zu bekommen, bringt uns das Ganze zuerst an Grenzen. Denn entweder wir beginnen nicht bei uns selbst, und sind erstmal viel zu fokussiert auf den anderen. Oder wir wollen Dinge, die gerade nicht sind, wie eine gerade Nase, ein kleinerer / größerer Hintern oder lange blonde Haare oder vielleicht möchten wir netter, fröhlicher oder wütender sein.

Wenn ich merkte, dass es beim anderen und auch bei mir selbst nicht so richtig funktionierte, fand ich das richtig scheisse und hab ständig versucht mir einzureden, ich müsste das doch jetzt endlich mal drauf haben... wie und wo kann ich noch was an mir tun?
Und genau an dieser Stelle ist der entscheidende Punkt. Ab hier beginnt wieder Selbstverurteilung, und du biegst komplett ab von dem Weg deiner angestrebten Bedingungslosigkeit zu dir selbst. Wenn du es erkennst, hast du schon viel gewonnen.

Erlaube dir hier einen Schritt zurück zu gehen. Du wirst sehen, es ist eigentlich einer vor ;-) Wenn du etwas einfach nur ätzend findest, lass es so stehen. Ja, es gehört zu mir. Das bin ich. Was nutzt es dir, wenn du dir von einem Menschen jeden Tag verbal, emotional oder sogar körperlich ins Gesicht schlagen lässt, und du ihm und dir sagst: Ich liebe dich trotzdem! ... yeah... ich bin bedingungslos...

NEIN. Du fängst erst an bedingungslos zu werden, wenn du dir selbst zuhörst und dir deine (noch vorhandenen) Bedingungen eingestehst und du nicht mehr über sie hinweg siehst. Dann beginnst du, dich wirklich selbst zu achten und zu lieben, wie du bist!

Hab Mut dazu, auch wenn dies eine Trennung zu einem Menschen oder einem Tier mit sich bringt.
Das größte Glück - die größte Freiheit stellt sich ein, wenn du nichts mehr an dir selbst verändern möchtest!

Erst danach kann und wird Bedingungslosigkeit im Außen gelingen.

Merke: Bedingungslos bedeutet nicht, zu Allem JA zu sagen. Ein klares NEIN ist ein klares JA für dich selbst!