Übung zum Loslassen von Ängsten - Gedanken, Menschen, Tieren

Alles was wir versuchen festzuhalten bereitet uns eine sehr große Anstrengung. Das beste Beispiel dafür ist ein Mensch, den ihr nicht loslassen wollt / könnt. Egal ob er gestorben ist, ob er euch verlassen hat oder einfach nur verreist ist. Ihr möchtet ihn ganz einfach festhalten. Das Gefühl von Vermissen kann darauf deuten, wenn dies euch sehr niedrig schwingen lässt. Stellt euch vor, dass ihr ihn auf diese Weise versucht in euer selbstgebautes Gefängnis einzusperren oder ihn an eine Leine legt. Erstmal ist das prima. Er kann ja nicht mehr weg. Aber ihr selbst könnt auch nicht mehr weg, weil ihr ständig auf ihn auspassen müsst, damit er nicht ausbricht oder sich los reißt, oder ihr ihn ja auch versorgen müsst, damit er nicht verhungert und verdurstet. Macht euch bewusst, dass ihr mit jedem Festhalten eigentlich nur euch selbst festnagelt.

Traue dich jetzt dir vorzustellen, wie du entweder die Gefängnistür öffnest oder du die Leine durchtrennst und ihn frei lässt. Spüre den Moment der eigenen inneren Freiheit, der dadurch entsteht. Dies kannst du sinnbildlich nun auch sehr gut auf durch Ängste ausgelöste Gedanken und ggf. darauf folgende Taten übertragen. Kontrolle ist z.B. eine Angst davor, dass irgendetwas nicht so gemacht wird, wie du es gerne hättest, was in weiterem Sinne zu einem Verlieren von diesem irgendetwas führen könnte. Auch hier bist du in der Rolle des Festhaltenden.

Die gleiche Übung ist hilfreich, wenn du dir oder einem anderen Menschen etwas vergeben möchtest, den du verurteilt hast. Denn mit jeder Verurteilung passiert so ziemlich genau dies. Das Bewusstsein darüber, dass viele Verurteilungen oder auch Bewertungen gegen uns selbst gerichtet sind, machen deutlich, warum wir uns so oft gefangen fühlen.

Merke: Festhalten = Anstrengung und Kontrolle | Loslassen = Leichtigkeit und Freiheit!

Über das Loslassen an sich wird so unglaublich viel geschrieben. Es gibt viele Konzepte darüber, wie Loslassen gehen kann oder, dass es überhaupt gar kein Konzept dazu braucht. Ich denke, jedes Loslassen ist anders. Manches geht von allein und Manches eben nicht. Wenn sich nur 1 Teil z.B. unser Herz dagegen wehrt, gelingt es eben nicht von allein. Da kann der Verstand 1000 Mal sagen: "Los jetzt!"...
Wenn auch nur eines meiner Teilchen noch irgendeinen Sinn an einem festgehaltenden Etwas erkennt, wird ein Loslassen schwer gelingen. Bildlich gesehen ist der Zahn einfach noch nicht locker genug, um von alleine rausfallen zu können. Und an dieser Stelle helfen Übungen, Werkzeuge, Hilfestellungen - Konzepte.

Entscheide dich selbst:

Abwarten bis er von alleine fällt, was entweder über Nacht passiert, oder aber was manchmal auch sehr lange dauert und über die Dauer hinweg schmerzhaft sein kann.

ODER

Kurz und natürlich doch schmerzhaft selber Ziehen oder ziehen lassen, was die Dauer des Schmerzes deutlich reduziert, aber MUT und VERTRAUEN und ein Tun erfordert. Und jetzt sind wir wieder an 2 Kernpunkten, an denen zu arbeiten es sich wirklich lohnt :-) ...