LIEBE für dich und dein Aussprechen

07.09.2022



Sprichst du immer aus, was du denkst und vor allem fühlst?

Ein altes Sprichwort lautet: Reden ist Silber – Schweigen ist Gold.
Ist es aber nicht endlich an der Zeit, diese Weisheit zu erneuern?

Die meisten Probleme auf unserer Erde und im Miteinander entstehen, weil wir uns nicht ehrlich mitteilen und verlernt haben, richtig offen miteinander zu reden. Damit meine ich nicht, einfach nur seine Meinung zu den Dingen auszusprechen, sondern darüber zu sprechen, was die Dinge mit uns machen. JEDER hat das Recht, seine eigenen Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse zu haben. Warum fällt es oft gerade dann schwer, wenn diese unseres Gegenübers sehr von unserer eigenen Vorstellung abweichen, sie dennoch zu akzeptieren und wertfrei stehen zu lassen? Weil wir nicht gemeinsam dahin kommen, uns ganz genau anzuschauen, was tatsächlich dahinter steckt. Würden wir uns den Raum geben, uns selbst und damit auch den anderen in der Tiefe kennenzulernen, würden sich viele Konflikte von selbst auflösen. Wir würden feststellen, dass wir oft aus den gleichen Mustern und Ängsten handeln und doch gar nicht so verschieden sind. Aber immer wenn es darum geht, sein Herz zu öffnen und sich damit ein Stück verletzlich zu zeigen und auch zu machen, schweigen wir lieber.

Gerade in Beziehungen und Partnerschaften führt dies oft immer wieder zu großen Problemen. Würden wir von Anfang an unseres Zusammentreffens immer alles aussprechen, was uns wichtig ist, was uns stört und was uns im Grunde selbst ausmacht, wie wir denken und fühlen, würde es viel weniger Konflikte und Trennungen geben.

Wovor haben wir eigentlich Angst, wenn wir uns nicht trauen, zu sprechen? Die Angst vor Verletzung und Ablehnung steht hier hoch im Kurs, gefolgt von Harmoniesucht und aber auch uns selbst gar nicht so genau kennen. Uns selbst und unsere Bedürfnisse genau zu kennen, erfordert eine gewisse Innenschau und dann den Mut uns selbst so anzunehmen wie wir sind. Darum geht’s immer wieder, wenn wir von Selbstliebe sprechen. Und das ist in der Tat eine Lebensaufgabe. Es gibt unglaublich viele Dinge, die wir unbewusst an uns selbst ablehnen. Wir würden uns das Leben so viel einfacher machen, wenn wir unsere eigene Art und Weise und unsere Ängste akzeptieren würden.

Ein Beispiel aus meinem Leben ist, dass ich aufgrund meiner Kindheit ein distanzierter Mensch bin, der nicht besonders gut Nähe zulassen kann. Hier steckt ganz klar die Angst vor Verletzung dahinter. Ich habe in meinen Partnerschaften nie ganz offen darüber gesprochen, weil ich immer Angst hatte, dass ich dann verlassen werde. Für meine Partner war ich irgendwann immer die, die nicht liebt oder an der eben was nicht richtig ist. Ja, ich habe lange Zeit selbst geglaubt, dass dies nicht richtig sein kann, und ich deshalb nicht gut genug bin. Ein Teufelskreis begann. Umso mehr Nähe von mir gefordert wurde, umso weiter habe ich mich entfernt. Neue Partner lösten dann die alten Partner ab und in der Verliebtheitsphase war dieses Thema immer erstmal wieder verschwunden, bis es wieder kam und ich letztendlich in Frage gestellt habe, ob ich überhaupt noch eine Partnerschaft haben will. Durch das Erkennen meiner Wiederholungen, wurde mir endlich klar, das bringt so nix. Was kann ich tun? Ganz einfach: REDEN - darüber, wie und dass ich so empfinde, was mir Druck macht, was mir ein Unwohlsein bringt und was ich wirklich will. Oft ist es so, dass wir gar nicht genau wissen, was wir wollen oder was unsere Bedürfnisse sind. Wir finden es aber eben genau über solche Gespräche heraus, was damit dann sozusagen zu einer WIN-WIN-Situation wird.

Bei allen Gesprächen ist es wichtig, immer bei sich selbst zu bleiben, im ICH zu reden und nicht im DU dem anderen Vorwürfe zu machen. Kriegen wir das nicht hin, wird es ganz von alleine immer wieder scheppern. Passiert das einige Male, neigen wir dazu, den anderen dafür verantwortlich zu machen, dass ein Gespräch mit diesem Menschen einfach nicht möglich ist. Aber das liegt IMMER an beiden und niemals nur an einem Gesprächspartner. Wir dürfen lernen, das Ausgesprochene vom Anderen stehen zu lassen und seine Empfindungen zu akzeptieren. Schaffen wir das, wird der andere das mit deinen Empfindungen ganz genauso machen. Erwarte aber bitte nicht, dass der andere damit zuerst anfängt ;-) Er wird dann genauso denken, und das war es dann mit der Aussicht auf wirkliche offene Herzgespräche.

In den meisten Fällen wollen wir dem anderen ganz und gar nicht schaden oder ihn verletzen. Aber es geschieht automatisch, wenn der andere nicht versteht, warum wir so handeln. Wir beziehen unglaublich viele Dinge auf uns persönlich, gerade wenn sie uns in unseren eigenen Kindheitsverletzungen triggern.

Hast du einen Partner, Freunde oder Familie, an denen dich Dinge stören, ist das ein Geschenk, um dich weiter zu entwickeln und zu erkennen, wer du wirklich bist. Rein physikalisch kann nur ein Mensch in deinem näheren Raum sein, der so ist wie du, bzw. der Aspekte von dir in sich trägt. Wenn wir das erkennen und nicht von uns wegschieben, haben wir die größtmögliche Chance in die Heilung und zu mehr Selbstliebe zu kommen.

Somit: Schweigen ist. – REDEN ist Gold!

Fang an aus deinem Herzen zu sprechen und hab Mut zu jeder noch so schrägen Empfindung, die in dir ist. Sprich sie aus, damit sie deinen Energiefluss nicht länger blockiert und du endlich DU sein kannst.