Wieviel Zeit nimmst du dir, um dich selbst und dein Geschehen um dich herum immer mal wieder einfach nur zu beobachten? Ständig geht es um ein wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Immer auf der Suche nach Antworten, nach Verantwortung, nach Ursachen, nach Wirkungen, und immer wieder nach richtig oder falsch.
Ich habe bei meiner letzten systemischen Aufstellung eine Erkenntnis gewonnen, die mein Leben gerade erneut wieder einmal sehr bereichert. Ich bin seit vielen Jahren auf einem Weg, der das Ziel der Bedingungslosigkeit hat, um mein Leben in Leichtigkeit zu leben und alles als gleichwertig, zu betrachten. Darüber habe ich schon geschrieben, es geht nicht in dem Sinne um ein ALLES einfach hinnehmen, sondern um das Erkennen, dass einfach alles den gleichen Wert oder eben gleich gültig ist. Ob das Wasser 100 Grad oder 0 Grad hat, keins von beidem hat weniger Wert. Ein Teil in mir hat sich dieses Ziel ganz fest vorgenommen und ich war immer der Ansicht, wenn ich es einfach nur ganz doll will, werde ich es auch bekommen.
Theoretisch weiß ich sehr viel über Verletzungen aus der Kindheit, die dein ganzes Leben auf ihre Weise steuern, über die Wirkung von Bewertungen und daraus entstehende Verurteilungen, über Vergebung, über Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung, über immer wieder auftauchende Ängste, übers Grenzen setzen, über achtsame Kommunikation, die Liste ist sehr lang… Aber all das Wissen kann sich erst dann zur Gänze entfalten, wenn wir beginnen mit dem Herzen entschlossen etwas zu wollen und zu fühlen, wie sich das Ergebnis anfühlt. Solange wir etwas wollen oder auch ganz besonders nicht wollen, weil wir glauben, dass es sehr wahrscheinlich gut oder schlecht für uns ist, wird es sehr viel schwerer gelingen, wenn überhaupt. Wir werden starrsinnig und behindern uns selbst.
Um zu erkennen, WIE du tatsächlich etwas willst, fang an und beobachte dich, deine Mitmenschen und das, was um dich herum geschieht. Versuche dich bewusst von einer Analyse zu befreien, stelle keine Fragen, nimm einfach nur wahr, was geschieht. Ordne es nicht, gib ihm keine Farbe, erlaube dem was sich gerade zeigt, einfach nur da zu sein. Versuche dadurch an ein Gefühl von Harmonie, von Ausgleich, von Neutralität zu gelangen. Bekomme eine Vorstellung oder besser ein Gefühl davon, was es wirklich bedeuten oder wieder besser, wie es sich anfühlen könnte, in der Mitte zu sein und was genau dein System dazu benötigt.
Wir leben auf der Erde in der Dualität. Wir werden als Mensch niemals die Minuspole aller Energien ausschalten können. Die Angst als Minuspol zur Liebe gibt uns die Möglichkeit, uns zu entwickeln und uns für mehr Liebe zu entscheiden. Angenehm warmes Wasser wird immer aus heiß und kalt, aus + und – entstehen. Lehnt euch zurück und erkennt all das Unnötige, was der Mensch tut, um seinen aus Verletzungen geprägten Mustern und einem Wertesystem, dass mehr und mehr ausgedient hat, zu folgen.